Geschichte Gerschdakender

Einmal, an einem lauen Spätsommerabend, zu einer Zeit als die bäuerlichen Vorfahren unseres Schönbuchflecken in heute kaum mehr nachvollziehbarer Armut lebten, beobachte Ranzabuffer aus seinem Versteck im Gebüsch, wie ganze Scharen von Kindern über die abgemähten Gerstenäcker jagten, um jedes einzelne Korn aufzulesen.

(Kutsche könnte auch aus dem Nebel kommen; Ranzabuffer könnte hier bspw. das Gefolge des Herzogs necken indem er sie beschnuppert oder stupst)

Plötzlich kam aus dem Wald die Kutsche des Herzogs von Württemberg, der auf der alten Poststraße unterwegs zum Hof nach Stuttgart war. Der Landesherr ließ die Kutsche anhalten und einen der fleißigen Knaben herbeiholen, um sich nach seinem Tun zu erkundigen. Da erwiderte der Knirps schlagfertig:

„Wenn mir Hausemer schao koan Geldscheißer hent, wie die en Stuagert, durchlauchtigschter Herzich, nao müsset halt mir Kender gucke, wia mir gnuag Gearschtle en d’Schuier brenget!“

Von dieser kecken Antwort beeindruckt rief der Herzog

„Ihr seid ab heute meine Gerschdakendle“

und schenkte den Hausemern einen ganzen Beutel voller Münzen.

So wurde das Dettenhäuser Gerschdakendle geboren und alsbald gehörte der Neckname auch zum Wortschatz des Stuttgarter Hofes und gereichte den Hausemern zur Ehre.