Vereinsgründung 

Am 14. Mai 1996 schlossen sich 15 Dettenhäuser und Dettenhäuserinen zusammen, um den Verein  Freie Narren Dettenhausen  zu gründen. Die Eintragung des Vereins ( e.V ) beim Amtsgericht erfolgte am 4. September desselben Jahres.

Zu Beginn der darauffolgenden Fasnet, am 6. Januar 1997, hatte die Maskengruppe der Ranzabuffer ihren ersten öffentlichen Auftritt anläßlich der Ranzabuffertaufe auf dem Dorfplatz.

Teilauszug aus dem Buch Dettenhausen Geschichte und Gegenwart.

Seither veranstalten die Freie Narren Dettenhausen jedes Jahr ihre Nacht der Narren, mit Kenderfasnet und dem Schmotzigen und jedes zweite Jahr, einen großen Umzug in Dettenhausen mit vielen Narren und Musikgruppen.

Geschichte Ranzabuffer

Wie um andere größere Waldgebiete, so wurde auch um den Schönbuch ein reiches Sagennetz gewoben. Viele dieser Sagen sind im Laufe der Zeit verloren gegangen. Jedoch eine Sage, die nicht von den Zungen verstummt ist, handelt von einem Waldgeist, der in fast allen Schönbuchorten als Ranzabuffer bekannt war. Schon dem Namen nach lässt sich unschwer feststellen, dass man es mit einem recht unfreundlichen und streitsüchtigen Geist zu tun hatte. Mit einem, der die Vorübergehenden auf den Laib (Ranzen) puffte oder stieß.

Über sein Auftreten und Erscheinen berichtet die Sage folgendes von ihm.

Der Ranzabuffer war eigentlich ein Jäger auf dem Einsiedel bei Tübingen und führte ein gottloses Leben, quälte die Menschen, liebte Wein, Weiber und Spiel über die Maße und trieb auch Zauberei, wofür er seit vielen hundert Jahren als Geist umhergehen muss. Er spukte in dem ganzen Forstrevier, das er früher zu beaufsichtigen hatte, namentlich zwischen dem Einsiedel und Dettenhausen, bei der Blaulach zwischen Lustnau und Kirchentellinsfurt, besonders in dem Wäldchen „Made“, ferner im Schönbuch, wo er sich im sogenannten „Bärloch“ aufhielt. Aber auch im restlichen Schönbuch ließ er sich blicken. Deswegen hatte er viele unterschiedliche Namen. Ranzabuffer wurde er, wie schon erwähnt, am meisten auf und um das Gebiet Einsiedel und von Walddorf bis zum Schaichtal, also hauptsächlich im östlichen Teil des Schönbuchs, wo er ursprünglich herkam, genannt. In Gniebel und Rübgarten wurde der Ranzabuffer auch „Brüller“ und „Reiter“ genannt. In den übrigen Teilen des Schönbuchs war er besonders als „Schimmelreiter“ und „Bachreiter“ bekannt. Aber so sehr sich auch seine Namen unterschieden, so einzigartig und unvergleichbar war sein heimtückisches Auftreten und seine boshaften Streiche.

Um diesen wilden Jäger reiht sich nun eine ganze Kette von Erzählungen, die man sich in den Schönbuchorten von ihm erzählte. Diese wollen wir heute noch einmal gemeinsam zum Leben erwecken.

Häufig sah man den Ranzabuffer als Jäger gekleidet zu Fuß, mit dem Gewehr auf dem Rücken, allerlei Posen treibend. So zeigte er sich oft des Nachts an der Blaulach und läuft neben den Fußgängern her und versuchte sie in Wasser zu treiben.

Auch Holzgängern erschien er gern als Jäger, puffte sie erst recht herum und gab ihnen dann Holz, das sich aber beim Heimkommen in stechende Dornen verwandelte. Auch setzt er sich ihnen selbst auf das Holzbündel, damit sie glaubten, es sei recht viel. Die Jäger neckte er, indem er Holzdiebe im Wald vortäuschte und bald hier, bald dort Holz schlug.

Einige Male schrie er im Walde so erbärmlich, als ob jemand von einem Baum heruntergefallen wäre. Lief dann einer hin und wollte helfen, so erhob er das Geschrei an einer anderen Stelle und trieb das so fort, bis er genug hatte.

Ein anderer Spuk, der öfters vorgekommen sein sollte, war das die Menschen oft plötzlich einen schwarzen breitrandigen Bauernhut auf der Erde liegen sahen. Wenn sie aber danach griffen, und ihn aufheben wollten, so war es ein Stein, obwohl sie davor keinen Stein an diesem Ort gesehen hatten. Wenn sie am folgenden Tag nachsahen, war er wieder verschwunden.

Ein Strohschneider auf dem Einsiedel, der die Kusterdinger Steige hinunterging, hörte auf einmal den Ranzabuffer weit in der Ferne brüllen und sagte: „Ach, halt’s Maul! So schreien kann ich au.“ Da bekam er aber ein paar so unerhörte Ohrfeigen, dass er in den Graben viel und den Mund voller Dreck bekam.

Gefährlich wurde der Ranzabuffer aber nur, wenn er sich zu Pferde zeigte. Besonders im „Brand“, in dem Wäldchen, durch das der Weg vom Einsiedel nach Pfrondorf führt und in der Gegend beim „Bärloch“ machte er wunderliche Teufelsstreiche. Der Schimmel, auf den der Ranzabuffer ritt, war ein hohes, vortreffliches Pferd, das er sich aus dem Meere geholt hatte. Er ging nämlich auf Anraten eines anderen Geistes einst an einem Karfreitag Morgen vor Sonnenaufgang ans Meer, da stieg der herrliche Schimmel daraus hervor und ließ sich vom Ranzabuffer an den Ohren fassen, ließ ihn aufsitzen und trug ihn ohne Sattel und Zaum, wohin er wollte. Mit diesem Schimmel nun konnte der Ranzabuffer sowohl in der Luft als auch auf der Erde und auf dem Wasser reiten und trieb allerlei Possen mit ihm.

So kam er einmal auf die Walddorfer „Hut“ geritten. Dort band er seinen Schimmel an eine Eiche und ließ ihn weiden. Dann warf er eine ganze Zeitlang mit Steinen, Stöcken, Eicheln und Tannenzweigen nach den Leuten und stieß ihnen das Holz, das sie gemacht hatten, durcheinander.

Gern schlich er sich auch hinter die Holzleser im Walde und ruft ihnen plötzlich ins Ohr: „Was, was ist’s?“, dass sie zusammenfahren und recht erschrecken. Dann auf einmal zeigte er sich in Tiergestalt als Rehbock oder Fuchs und schrie zwei- oder dreimal und sprang aus dem Gebüsch auf sie zu, als ob er sie hätte umrennen wollen oder kam ganz nahe zu den Leuten her und brachte sie in Angst. Dann erschien er plötzlich wieder als Ranzabuffer, nahm sein Gewehr, setzte sich auf seinen Schimmel und jagte in einem „Hui“ davon, und der Schimmel sprang so wütend, dass er Feuer ausschob.

(Wenn man ihn sonst als Reh brüllen hörte, so soll das eine Veränderung des Wetters anzeigen.)

Überhaupt verwandelt er sich gerne in Tiere und erschreckte Leute durch fürchterliches Gebrüll und Geschrei. Besonders soll er es auf Schlafende abgesehen haben. Diesen brüllte er oft ungeheuer stark ins Ohr und verschwand dann wieder grunzend in der Gestalt eines Schweines.

Wohltätig hat sich der Ranzabuffer auch erwiesen, aber nur einmal, und zwar gegen den Feldhüter Munz aus Lustnau. Dieser brauchte nur bei Tag ins Feld zu gehen und das Wild zu hüten, denn wenn er abends heimging und rief: „Ranzabuffer, hüt mir mein Sach heut nacht!“ so geschah seinen Feldern gewiss nichts, und er selbst durfte sich zu Bett legen und ruhig schlafen, während alle andern Wildhüter draußen wachen mussten.

Über Ausbleiben und Verschwinden des Ranzabuffers teilen sich die Ansichten, und der Sage nach gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Pfrondorf: Der Ranzabuffer sei einst in mitternächtlicher Stunde auf der Brücke von Neckartailfingen oder von Nürtingen durch einen jungen Menschen von Oferdingen erlöst worden, der nachher nicht mehr lange gelebt habe.

Lustnau: Unter solchem Spuk und Spaß seien nach und nach die zweitausend Jahre, die der Ranzabuffer als Geist hätte umgehen und schweben müssen, wahrscheinlich jetzt abgelaufen, denn in der neusten Zeit hätte er sich nicht mehr sehen lassen, und er würde wohl jetzt erlöst sein.

Einsiedel: Einige sagen, der Ranzabuffer sei ausgewandert in die Schweiz, weil er schon lange nichts mehr von sich hören ließ.

Geschichte Gerschdakender

Einmal, an einem lauen Spätsommerabend, zu einer Zeit als die bäuerlichen Vorfahren unseres Schönbuchflecken in heute kaum mehr nachvollziehbarer Armut lebten, beobachte Ranzabuffer aus seinem Versteck im Gebüsch, wie ganze Scharen von Kindern über die abgemähten Gerstenäcker jagten, um jedes einzelne Korn aufzulesen.

(Kutsche könnte auch aus dem Nebel kommen; Ranzabuffer könnte hier bspw. das Gefolge des Herzogs necken indem er sie beschnuppert oder stupst)

Plötzlich kam aus dem Wald die Kutsche des Herzogs von Württemberg, der auf der alten Poststraße unterwegs zum Hof nach Stuttgart war. Der Landesherr ließ die Kutsche anhalten und einen der fleißigen Knaben herbeiholen, um sich nach seinem Tun zu erkundigen. Da erwiderte der Knirps schlagfertig:

„Wenn mir Hausemer schao koan Geldscheißer hent, wie die en Stuagert, durchlauchtigschter Herzich, nao müsset halt mir Kender gucke, wia mir gnuag Gearschtle en d’Schuier brenget!“

Von dieser kecken Antwort beeindruckt rief der Herzog

„Ihr seid ab heute meine Gerschdakendle“

und schenkte den Hausemern einen ganzen Beutel voller Münzen.

So wurde das Dettenhäuser Gerschdakendle geboren und alsbald gehörte der Neckname auch zum Wortschatz des Stuttgarter Hofes und gereichte den Hausemern zur Ehre.